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Hegen und Pflegen

care and maintenance

PIK Porree Kollektiv

ss23 / ba /

© roxana olympia

Fotodokumentation einer einstündigen Performance

Füreinander ein Badezimmer putzen, das ist der Inbegriff des fürsorglichen Zusammenlebens. Aber wie funktioniert Pflegearbeit für und im öffentlichen Raum? Klar ist, es ist ein sich endlos wiederholender, geschlossener Zyklus. Indem wir uns mit unserer „Idee eines Badezimmers“ einen Raum in der Öffentlichkeit nehmen und einen Durchgangsweg belegen, provozieren wir die natürlich vorkommende Nutzung des Platzes – die Passant:innen stören die Performance nicht, sondern nehmen einen unvermeidbaren Eingriff vor – ein Bad ist eben zur Nutzung da. Interessant ist, wie unterbrochen wird: manche weichen der Bad-Szenerie und den Putzenden aus, manche machen die Szene dreckig, manche helfen beim Putzen. So hätte die Performance die Zuschauenden „wahnsinnig“ gemacht, „wie durch das vermeintliche Putzen alles dreckiger geworden ist“. Die Wiederholung der nie endenden, nicht wertgeschätzten Pflegearbeit ginge „richtig unter die Haut“ und machte die Passant:innen „ganz nervös“.

photo documentation of a one-hour performance

Cleaning a bathroom for each other is the epitome of caring coexistence. But how does care work for and in public spaces? It is clear that it is an endlessly repeating, closed cycle. By taking space in public with our “idea of a bathroom” and occupying a passageway, we provoke the naturally occurring use of the space - the passers-by do not disturb the performance, but make an unavoidable intervention - a bathroom is there to be used. It is interesting to see how they are interrupting: some avoid the bathroom scene and the cleaners, some make the scene dirty, some help with the cleaning. The audience claimed that the performance had driven them “mad”, “how the supposed cleaning made everything dirtier”. The repetition of the never-ending, unappreciated cleaning work “really got under the skin” and made the passers-by “very nervous”.